Future Skills Development in der Finanzbranche (4/4) – Core Guidelines

Future Skills Development in der Finanzbranche (4/4) – Core Guidelines

Durch die digitale Transformation und den zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz verändern sich die Anforderungen an Fach- und Führungskräfte in der Finanzindustrie grundlegend. In diesem Beitrag steht das Zusammenspiel von Fachkompetenz, persönlicher Wirkung und Zusammenarbeit als zentrale Grundlage für nachhaltige Zukunftsfähigkeit im Fokus.

 

Blogartikel von Prof. Dr. Bernhard Koye & Lara Düding 

Future Skills Development in der Finanzbranche (4/4) – Core Guidelines

 

1. Zukunftsfähigkeit von Fach- und Führungskräften in der Finanzbranche (4/4) 

Die digitale Transformation und insbesondere der nun effektiv zunehmende Einsatz von künstlicher Intelligenz verändern die DNA der Wertschöpfung von Finanzdienstleistungen unaufhaltsam. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die Anforderungen an Fach- und Führungskräfte in der Finanzbranche, um beruflich erfolgreich zu bleiben.  

Das Swiss Next Gen Finance Institute (SNGFI) erforscht die Leitplanken für die Zukunftsfähigkeit von Fach- und Führungskräften von Finanzdienstleistern. Im Rahmen unserer aktuellen Blogserie haben wir die sich verändernden Kompetenz- und Kollaborationsanforderungen beleuchtet. Nachfolgend fassen wir die Leitplanken dieser Blog-Serie zusammen.  

 

2. Zukunftsfähigkeit entscheidet sich im Zusammenspiel von Fachkompetenz, Persönlichkeit und Zusammenarbeit. 

Die Herausforderungen stellen sich demnach auf drei Ebenen. Entscheidend ist, diese nicht isoliert zu betrachten, sondern gezielt miteinander zu verbinden. Es gilt zum einen, den betriebswirtschaftlichenWerkzeugkasten auf die zukünftigen Herausforderungen auszurichten (Fachkompetenz). Darüber hinaus steigen die Anforderungen an die persönliche Resilienz und Selbstführung in den neu entstehenden Arbeitsformen (Selbststeuerung). Schliesslich verändern sich die Anforderungen an das Kollaborations- und Führungsverständnis und -verhalten nachhaltig. 

 

  • Fachkompetenz: Relevanz durch Anwendung 

Fachkompetenz bleibt die Grundlage wirksamer Entscheidungen. Zukunftsgerichtete Fachkompetenz umfasst dabei insbesondere ein vertieftes Geschäfts- und Marktverständnis, analytische und konzeptionelle Stärke, digitale und adaptive Kompetenz sowie die Fähigkeit, die persönliche Lösungs- und Umsetzungskompetenz in verteilten Arbeitswelten weiter zu entwickeln.  

Im digitalen Zeitalter verändert sich der betriebswirtschaftliche Werkzeugkasten kontinuierlich und mit zunehmender Geschwindigkeit, weshalb die stetige Bereitschaft zur Aktualisierung wesentlich ist. 

 

  • Persönliche Wirkung: Selbststeuerung als Erfolgsfaktor 

Mit der stetig steigenden Anforderung an die Vernetzung von Informationen in Echtzeit zur Entwicklung effektiver Lösungen wächst die Bedeutung der Kompetenz zur Selbststeuerung. Resilienz, Selbstreflexion und analytische Entscheidungsfähigkeit bestimmen, wie wirkungsvoll Fach- und Führungskräfte in dynamischen Situationen agieren.   

Eine balancierte und dabei agile Selbststeuerung wird zum zentralen Faktor für nachhaltige berufliche Wirkung. Zentrale Hebel sind dabei insbesondere die Fähigkeiten zur Selbstorganisation, zum kontinuierlichen Lernen, zur Aufrechterhaltung einer positiven Leistungsenergie, zur logischen Strukturierung von Komplexität und zur lösungsorientierten Dialogführung und Kommunikation.  

 

  • Zusammenarbeit und Führung: Wirkung im System erzeugen 

Organisationale Leistungsfähigkeit entsteht durch effektive Zusammenarbeit. Klare Rollen, Vertrauen und ein gemeinsames Verständnis von verzahnter Kollaboration & moderativer Führung sind entscheidend, um die individuellen Stärken wirksam zu verbinden. Führung bedeutet dabei vor allem, Orientierung zu geben und produktive Zusammenarbeit zu ermöglichen. 

 

3. Das Zusammenspiel entscheidet 

Fachkompetenz entfaltet nur dann ihren Wert, wenn über persönliche Wirkungskompetenz die Transmission in die schnelllebige Realität gelingt. Auch wenn dies gelingt, ist optimale Wirkung noch nicht garantiert.  Der hinreichende Faktor hierzu ist die Zusammenarbeitskompetenz entlang der modernen Rollen- & Kollaborationsformen.  

Zukunftskompetenz in der Finanzbranche entsteht demnach im Zusammenspiel von fachlicher Substanz, persönlicher Steuerungsfähigkeit und konkreter Zusammenarbeitskompetenz in agilen Settings.  

 

4. Fazit 

Zukunftsfähigkeit für Fachspezialisten und Führungskräfte und auch für Finanzdienstleister fusst auf einem integrierten Verständnis, wie Fachlichkeit, Persönlichkeit und Zusammenarbeit ineinandergreifen.  

Nur in der Kombination werden nachhaltige Wirkung, erfolgreiche Transformation und langfristige Zukunftsfähigkeit Realität. Das Zusammenspiel dieser drei Ebenen entscheidet darüber, ob aus Wissen Wirkung wird, ob aus Potenzial Leistung entsteht und ob aus einzelnen Akteuren ein zukunftsfähiges System wird. Nur so können Lösungen entstehen, die nicht nur konzipiert, sondern auch getragen und wirkungsvoll umgesetzt werden.  

Berufliche & organisationale Zukunftsfähigkeit ist dabei kein einmaliges Ziel, sondern ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess. Es gilt, die Kompetenzen laufend in der Realität zu überprüfen im Sinne von Spitzensportlern, die in Trainingscamps die letzten Erfahrungen auswerten und ihre Kompetenzen einzeln und als Team weiterentwickeln.  

 


Prof. Dr. Bernhard Koye
Academic Director am SNGFI.
Pionier in der Erforschung der Auswirkungen der Digitalisierung auf Geschäftsmodelle, Organisationen und Menschen in der Finanzbranche mit Fokus auf den Praxistransfer.
Langjährige internationale Erfolgsausweis als Executive, Forscher und Coach in Strategie-, Transformations- und Innovationsthemen sowie in der Begleitung von Top-Management-Teams und als Executive Developer, u.a. auch bei einer Schweizer Grossbank und dem Swiss Finance Institute.
Verbindet wissenschaftliche Tiefe mit unternehmerischer Umsetzungskompetenz als anwendungsorientierter Forscher, Coach und Sparringspartner für Entscheidungsträger.

 

Lara Düding
Research Specialist am SNGFI mit Fokus auf strategische Trend- und Erfolgsfaktoren für die Zukunftsfähigkeit von Organisationen.
Erfahrung im UX-Research sowie im Marketing mit Fokus auf das Verständnis von Nutzerverhalten und wirkungsrelevanten Entscheidungslogiken.
Spezialisiert auf die empirische Analyse von Kunden- und Entscheidungsprozessen mit wirtschaftspsychologischer Perspektive.